Über Willingshausen

Radierung von Wilhelm Thielmann

Einiges zur Geschichte

Willingshausen ist ein Dorf, Teil einer Großgemeinde, seit Jahrzehnten, und die allermeisten Entwicklungen in unserer Gesellschaft sind auch dort wahrzunehmen. Beispiele ließen sich viele nennen. Insofern ist Willingshausen genau so wenig oder viel “besonders“ wie zahllose andere Dörfer in Nordhessen oder in anderen Teilen der Republik.


Dies übersieht freilich die besondere Prägung und Lage des Ortes und seiner BewohnerInnen in den letzten beiden Jahrhunderten. Die kleine Baronie mit Schloss, Park , Gutshof und Waldbesitzungen existiert, wenn auch seit 1918 unadelig, weiter. Dorthin kam ein kriegsverwundeter Verwandter, begann mit dem verbliebenen linken Arm zu Zeichnen und zu Malen. Mit Erfolg, es hat sich herum gesprochen, wurde in Briefen mitgeteilt und bescherte 1824 Besuch von Ludwig Emil Grimm, oft als „Malerbruder“ der älteren „Brüder Grimm“ Jakob und Wilhelm bezeichnet.

Die Begegnung mündete in eine künstlerische Zusammenarbeit, die sich als Keimzelle der dann so genannten „Künstlerkolonie Willingshausen“ begreifen läßt. Über deren Entwicklung bis zum Ersten Weltkrieg und ihren weitgehenden Bedeutungsverlust, der zeitlich mit dem Tod von Carl Bantzer als einem ihrer bedeutendsten Vetreter zusammenfällt, haben Kunsthistoriker nicht wenig geschrieben und zusammengetragen. Es gab wichtige Ausstellungen.

Zuletzt ragt das Jahr 2020 mit die Ausstellung von Ludwig Knaus im Hessischen Landesmuseum Wiesbaden als über Jahrzehnten bedeutendsten „Willingshäuser“ Maler ab den Fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts heraus. Es gibt mehr zu berichten, also Fortsetzung folgt. –>aktueller Bericht in das Marburger.