Kunsthistorisches Symposium 2022 in Willingshausen wird vorbereitet

Ob Willingshausen zutreffend als Künstlerkolonie beschrieben oder als besser Malerkolonie zu bezeichnen ist, wird ein Thema sein bei einem kunsthistorischen Symposium, das in diesem Jahr für Willingshausen vorbereitet wird. Von Paul Heidelbach (1870 – 1954) aus Kassel, der in Willingshausen ein gern gesehener Gast bei den Malern gewesen ist, wurde erläutert, dass die Bezeichnung Malerdorf am zutreffendsten wäre.

Hinter Begriffen stehen Zuordnungen und immer auch Interpretationen. Wenn Kriterien verschiedenen gewählt und gewichtet werden können, ergeben sich bereits unterschiedliche Einordnungen. Dabei ist die Namensgebung nur eine Sache und womöglich Nebensache. Wichtig ist, dass Kunsthistoriker Willingshausen als Thema und Forschungsfeld betrachten. In der Vergangenheit ist dies über viele Jahrzehnte geschehen. In den letzten Jahren allerdings gibt es keinen wahrnehmbaren Diskurs mehr oder einschlägige Veröffentlichungen von Kunsthistorikern zu Willingshausen***.

Dafür gibt es handfeste Gründe. Diese sollen im Rahmen des Symposiums beschrieben und erörtert werden. Zugleich gibt es verbreitet weiter ein anhaltendes Interesse an Willingshausen und an Willingshäuser Malern. Im Rahmen des Symposiums sollen verschiedene Schwerpunkte von Referentinnen und Referenten thematisiert und einem Publikum zu Gehör gebracht werden. Dazu liegen bereits mehrere Zusagen vor.

Für dieses kunsthistorische Symposium gibt es  inhaltlich und organisatorisch keinerlei Verbindung zu dem Malertreffen, welches vom Maler Ben Kamili initiiert worden ist. Für 2022 ist erneut angekündigt, dass Maler aus mehreren europäischen Ländern für zwei Wochen – damit zum vierten Mal – nach Willingshausen kommen. Diese Veranstaltung als „Maler-Symposium“ zu bezeichnen, wie es bisher in Willingshausen geschieht, schafft eine Begriffsverfälschung. Symposium ist ein feststehender Begriff für einedem Austausch von Gedanken und Erkenntnissen dienende Zusammenkunft von Wissenschaftlern, Kolloquium, Fachkonferenz“. Die Maler kamen früher und kommen heute zum Malen und Zeichnen nach Willingshausen, nicht zu einer Fachkonferenz. Zudem sind Malerinnen und Maler Künstler und nicht Wissenschaftler.

Künstler, Malerinnen und Maler, Kunstschaffen und die Möglichkeiten für Künstler – früher und heute – Kunstwerke zu gestalten und zu präsentieren, werden in dem kunsthistorischen Symposium durchaus thematisiert. Sie sind ein Themenfeld der Kunstgeschichte. Derzeit sind die Vorbereitungen für das Symposium noch im Gange. Schwerpunkte werden mit bestimmt durch Referentinnen und Referenten, deren Interesse und nicht zuletzt terminlichen Möglichkeiten zur Teilnahme.

Ebenfalls offen ist derzeit noch ob das Symposium an einem Tag oder an zwei Tagen stattfindet. Fest steht Willingshausen als Tagungsort. Die präzise Lokaliät ist ebenfalls terminabhängig. Tagungsmöglichkeit für bis zu 50 Teilnehmende hat es mehrere vor Ort. Festgelegt ist die kunstgeschichtliche Ausrichtung inklusive der heutigen Gegebenheiten in Willingshausen. Die Fachtagung wird getragen von Wissenschaftlern aus Museen und von Hochschulen.

*** Zur Ausstellung von Ludwig Knaus im Landesmuseum Wiesbaden in 2020 ist ein umfangreicher Katalog erschienen. Darin finden sich mehrere profunde wissenschafltiche Beiträge, in denen die Zeit von Knaus in Willingshausen und der Einfluss auf sein Werk mit neuen Quellen unterlegt und eingeordnet wird.