Neue Publikationen zur Künstlerkolonie Willingshausen – eine knappe Rundschau

Es gibt wenige neue kunsthistorische Forschungen und Veröffentlichungen zur Malerkolonie Willingshausen. In 2019 wurde von Silke Gonder als Dissertation vorgelegt „Terra incognita: Studien zu Dorf und Künstlerkolonie am Beispiel Willingshausen in der Schwalm | Fremdheitserfahrungen – gelebte Gemeinschaft – wechselseitiger Einfluss“. Inzwischen ist die Autorin promoviert, ist damit zur Dr. Silke Gonder geworden – bekanntlich wird ein Doktortitel Namenszusatz. Diese Arbeit ist sehr lesenswert, auch für Laien lesbar.*** Es ist jedoch keine kunsthistorische Publikation.

Als kunsthistorische Publikation ist der umfangreiche und profunde Katalog mit Beiträgen zur großen Ludwig Knaus-Ausstellung im Jahr 2020 in Wiesbaden zu nennen. Peter Forster, Rebecca Krämer (hrsg.): „Ludwig Knaus Homecoming. Mit Beiträgen von Jo Briggs, Peter Forster, Nikolas Werner Jacobs, Rebecca Krämer, Bernd Küster, Matthias Memmel.“ Damit wird die wissenschaftliche Erforschung des Lebens und Werks von Ludwig Knaus ein erhebliches Stück voran gebracht.

Weitere Publikationen fehlen. Einige Zeit zurück lässt sich bei gründlichem Recherchieren die Examensarbeit von Anna Peplinski finden. Darin wird Willingshausen als Künstlerkolonie mit Worpswede verglichen. Das ist ein interessanter Ansatz, zudem in kunsthistorischer Betrachtung. Anna Peplinski hat freundlicherweise Genehmigung erteilt zur Veröffentlichung einer Zusammenfassung ihrer Arbeit. Nachstehend wird – als Preview – eine knappe Zusammenfassung des Teils über Willingshausen veröffentlicht. Der vollständige recht ausführliche Artikel von Anna Peplinski wird später veröffentlicht. —>Artikel  Anna Peplinski: Carl Bantzer und die Künstlerkolonie Willingshausen

Carl Bantzer und die Künstlerkolonie Willingshausen

Carl Bantzer Schwälmer Tanz, Öl auf Leinwand, 1898, Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Philipps-Universität Marburg © Bildarchiv Foto Marburg / Thomas Scheidt

>Das Dorf Willingshausen in Hessen zählt zu den ältesten deutschen Künstlerkolonien, wobei sich der Ort vor allem durch die Kontinuität an Künstlerinnen und Künstlern auszeichnete. Heutzutage scheint dieser jedoch, im Vergleich zu anderen Künstlerkolonien, weniger bekannt zu sein, obwohl der Standort für die Malerei des 19. und frühen 20. Jahrhunderts in Deutschland von Bedeutung war. Verschiedene Genrationen von Kunstschaffenden suchten Willingshausen auf und ließen sich während des Bestehens der Künstlerkolonie dort inspirieren.  Ausnahmslos wird der Künstler Carl Bantzer als wesentlicher Vertreter des Malerortes angesehen und die Blütephase der Kolonie steht unweigerlich mit ihm und seinem Wirken in Zusammenhang. Carl Bantzer wurde in Willingshausen zu seinen Hauptwerken angeregt, wie etwa zum Werk „Schwälmer Tanz“, welches im Laufe der Zeit zu einer „Ikone der Schwalm“ wurde.< M.A. Anna Peplinski

***Die Dissertation von Silke Gonder „Terra incognita: Studien zu Dorf und Künstlerkolonie am Beispiel Willingshausen in der Schwalm“ ist online verfügbar.