Wagehe Raufi ist die neue Stipendiatin in Willingshausen

Im Februar hat sich in kleiner Runde in Willingshausen die gebürtige Nordhessin Marina Rüdiger als neue Kuratorium des Künstlerstipendiums vorgestellt, begleitet von Wagehe Raufi und Joelle Pidoux als Stipendiatinnen des Jahres 2022. Eine neue Kuratorin mit der 53. und 54. Stipendiatin in Willingshausen bedeuten ein Doppeltes, Kontinuität und  Durchstarten in neuen Abschnitt des im Jahr 1996 von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen initiierten Künstlerstipendiums in Willingshausen.

Der in Kassel lebende  52. Stipendiat Janosch Feiertag hatte im vergangenen Herbst 2021 Willingshausen kunstvoll gerockt und hat sichtbar werden lassen, dass ein Künstler mit einem beherzten Kunstschaffen eine Menge mitteilen und beleben kann – mit den Mitteln der Kunst. Die Sparkassen-Kulturstiftung als maßgebliche Trägerin des Willingshäuser Künstlerstipendiums bekennt sich mit der Beauftragung einer akademisch qualifizierten Kunstexpertin zu ihrer Verantwortung. Damit kommt es zu einem zweifachen personellen Neubeginn, der Willingshausen gut zu Gesicht steht. Der neue Bürgermeister Luca Fritsch hat seiner Freude Ausdruck verliehen, dass es mit Schwung weiter geht in Sachen Künstlerinnenförderung und Künstleraufenthalten im Antrefftal, bestens verkörpert durch gleich drei junge Künstlerinnen.

Kuratorin Marina Rüdiger: Bildende Kunst und Kunstwissenschaften 

Das Kuratorium des Kunststipendiums Willingshausen habe sich Ende letzten Jahres für die gebürtige Nordhessin Marina Rüdiger als neue Kuratorin für das Willingshäuser Stipendienprogramm entschieden, wurde von Matthias Haupt, Geschäftsführer der Kulturstiftung, mitgeteilt. Die jetzt in Frankfurt lebende Kunstexpertin studierte zunächst Bildende Kunst und Kunstwissenschaften an der Kunsthochschule Kassel und anschließend Curatorial Studies (Wissenschaft des Kuratierens = Kunstausstellungen gestalten) an der Johann Wolfgang Goethe-Universität und der Städelschule in Frankfurt am Main. Im Anschluss gründete sie die Galerie FILIALE, eine junge Ablegerin der international renommierten Galerie Bärbel Grässlin. Seit 2021 promoviert Marina Rüdiger an der Universität Köln zu temporären Ausstellungsarchitekturen.

Als neue Kuratorin übernimmt sie die Aufgabe der Suche nach jungen Künstlerinnen und Künstlern sowie die Planung und Realisierung der jeweiligen Ausstellungen. Eine neue Website für das Stipendienprogramm sei bei ihr in Arbeit, teilte sie mit. Das lässt darauf hoffen, dass auch diesbezüglich neue Wege in Willingshausen eingeschlagen werden. Die Website soll nicht nur einen Überblick über die mittlerweile reichhaltige Ausstellungsgeschichte des Kunststipendiums bieten. Sie soll zudem das aktuelle künstlerische Schaffen vor Ort überregional sichtbar machen. So jedenfalls wird es als Anliegen von Marina Rüdiger verkündet.
Sie hat ihre Tätigkeit Ende letzten Jahres aufgenommen. Dazu gehörte die Vorstellung von fünf jungen Künstlerinnen und Künstlern, aus denen die Jury für 2022 zwei junge Talente der Hochschule für Gestaltung Offenbach ausgewählt hat.

Wagehe Raufi – Interesse am Bildmaterial der Malerkolonie

Zunächst wird Wagehe Raufi ihr Drei-Monats-Stipendium aufnehmen. Die inzwischen in Berlin lebende Künstlerin erhielt nach ihrem Studium in Offenbach und Peking im letzten Jahr den renommierten Bundespreis für Kunststudierende. In ihrer künstlerischen Praxis erarbeitet sie digitale sowie analoge skulpturale Objekte, die auf flächigen Materialien wie Fotografie, Video und Textilien basieren.

Hier liegt der Ursprung ihres Interesses an der Schwalm. Vor Ort will sie sich mit dem Bildmaterial der Malerkolonie, Architektur und Landschaft sowie mit Besonderheiten der Region auseinandersetzen. Die verschiedenen Zeitebenen der Materialien sollen „gemeinsam zur räumlichen Momentaufnahme werden.“

Damit können KunstfreundInnen in Nordhessen gespannt sein auf ihre Ausstellung, die am 5. Mai 2022 für einen Monat in der Kunsthalle eröffnet wird.

Ökologischer Fokus und Land Art Projekt mit Joelle Pidoux

Im Herbst kommt dann die Zeit von Joelle Pidoux. Die gebürtige Schweizerin beschließt nach Studienaufenthalten in Santiago de Chile, Rio de Janeiro und Lausanne ihr Kunststudium in Offenbach. Mit Video, Sound und Fotografie erarbeitet sie Installationen und Performances, die ökologische Themen in den Mittelpunkt stellen.

Die Auswirkungen des Klimawandels mit zunehmend zerstörerischem Ungleichgewicht im Niederschlag als Dürre und Überflutung sind zentrales Leitmotiv und antreibende Kraft ihres künstlerischen Schaffens. In Willingshausen strebe sie ein Kunstprojekt mit einem ökologischen Fokus an, das eine dokumentarische Forschungsarbeit sowie ein Land Art Projekt beinhalten soll. Ihre Ausstellung soll am 17.November eröffnet werden.