Sperrgebiet Gerhardt-von-Reutern-Haus – Verein Malerstübchen will Maßstäbe setzen

Ein Essay von Hartwig Bambey | Zu meinen frühen Kindheitserinnerungen aus Willingshausen gehört die kleine Figurengruppe der Drei Affen, die in der Küche von Tante Margarete und Onkel Konrad gestanden hat. Zugegeben, recht verstehen konnte ich nicht, was es bedeuten sollte, dass einer der Affen sich die Augen, ein Affe sich die Ohren und der dritte Affe sich den Mund zugehalten hat. Die Kleinplastik aus Metall ist mir im Gedächtnis, weil bei jedem Besuch bei den Verwandten in der Küche mein Blick erneut auf die Figurengruppe gefallen ist und ich die drei Affen manchmal in die Hand genommen habe.

Dass mehr als sechzig Jahre später die drei Affen mir wieder in den Sinn gekommen sind, hat freilich wenig mit der Verwandschaft zu tun. Vielmehr bemüht sich eine kleine Gruppe von Willingshäusern und Auswärtigen, verbunden durch die Mitgliedschaft in der Vereinigung „Malerstübchen Willingshausen e.V.“, sich geradezu konträr zu der Klugheit der Affen zu verhalten. In Wikepdia  findet sich dies erläutert: „…werden sie in der westlichen Welt eher als „alles Schlechte nicht wahrhaben wollen“ interpretiert. Aufgrund dieses negativen Bedeutungswandels gelten die drei Affen daher häufig als Beispiel für mangelnde Zivilcourage oder bedingungslose Loyalität.

Leserin und Leser sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass dieser Beitrag in Art Willingshausen nicht unbedingt eindeutig unterscheidet zwischen Berichterstattung und Satire. Das ist dem Geschehen in Willingshausen und von dort versendeten Schriftlichkeiten geschuldet. So gesehen könnte Mensch den Ort auch Willkürhausen nennen. Winchesterhausen wäre eine weitere Variante. Sie werden es verstehen, wenn Sie die nachfolgenden Erläuterungen lesen.

Vorwegschickt sei auch noch, dass der Verfasser in einem Telefongespräch mit Bürgermeister Fritsch sein Bedauern über anhaltende Mißstände und Entgleisungen insbesondere eines Ehepaars ausgedrückt hat. Dem Hinweis, dass solche Verhaltensweisen nicht hinnehmbar sind und zu Konsequenzen führen werden, brachte Luca Fritsch durchaus Verständnis entgegen.

Anwürfe gegen Kunsthistorisches Symposium

Worum es geht, ist in wenigen Worten mitgeteilt. Einige wenige Leute nehmen Anstroß daran, dass vom Sternbald Verlag das Kunsthistorische Symposium zur Künstlerkolonie Willingshausen initiiert und veranstaltet wird. Sie halten sich – in bester Manier selbsterklärter Gralshüter – für die alleinigen Obwalter des Erbes der Künstlerkolonie. Andere haben sich gefälligst davon fernzuhalten. Das haben referenzierte KunsthistorikerInnen in unangenehmer, peinlicher und sogar skandalträchtiger Weise in zurückliegenden Jahren erleben müssen.

Eine Folge davon ist seit langem, dass die Malerkolonie Willingshausen in der Szene der Kunsthistoriker geflissentlich gemieden wird. Längst hat sich herumgesprochen, dass eine Clique selbsternannter Ignoranten, bis 30.10.2021 angeführt vom betagten und schwerkranken Vereinsvorsitzenden Helmut Geisel, sich gegenseitig darin überbietet wissenschaftsfeindlich, fremdenfeindlich und unverschämt ignorant Angebote zur Mitarbeit, Forschung und Kooperation auszuschlagen und feindlich abzuwehren.

Die Folge ist Abwendung, Schweigen und Verkümmern der fachwissenschaftlichen und intellektuellen Auseinandersetzung mit der reichen und vielgestaltigen Geschichte des einstigen Malerdorfes Willingshausen. Wen würde es wundern nach rund 10jähriger „Dorfherrschaft“ in Kunsthalle und Gerhardt-von-Reutern-Haus. Auch viele aus der Bewohnerschaft haben sich inzwischen abgewendet. So lässt sich die Zahl von Willingshäusern bei Ausstellungseröffnungen in der Kunsthalle meist an den Fingern einer Hand abzählen. Das ist eine bedauerliche Tatsache, selbsredend, bestimmt jedoch keine Satire.

In Sachen Realsatire kaum noch zu übertreffen sind die Kapriolen und Exzesse eines gewissen Herrn D., über den ein Willingshäuser Bürger zur Kennzeichnung 2020 anmerkte Herr D. sei „manchmal schon sehr speziell.“ Offensichtlich sieht sich Herr D. inzwischen mit so etwas wie Narrenfreiheit ausgestattet. Dabei sollte von seinem 30 Wochenstunden-Beschäftigungsverhältnis als Hilfskraft bei der Willingshausen Touristik eigentlich eine mäßigende Wirkung ausgehen.

Rücksichtlos, mitunter cholerisch, agiert Herr D., betrachtet den Hof des Gerhardt-von-Reutern-Hauses als Privatparkplatz für sein KFZ. Ganz und gar ungemütlich wird sein Gebahren, wenn es ihm an „bedingungsloser Loyalität“ fehlt, gemessen an seinen begrenzten Denkhorizonten, Weltbild, getragen von durchaus mäßiger Bildung. Während dies manche Menschen zu gewisserr Bescheidenheit gemahnt, ist Herr D. für seine Ausfälle und Maßlosigkeiten überaus bekannt.

So scheut er nicht vor schriftlichen Verlautbarungen zurück, haut E-Mails und Briefe raus und gibt gerne den Haudrauf. Da es ihm nun einmal an Geist und Bildung – weit diesseits akademischer Weihen – fehlt, gebiert Herrn D.´s Furor Stilblüten und Peinlichkeiten. Seine letzten Attacken richten sich in entlarvender und hilfloser Weise gegen das Kunsthistorische Symposium am 1. Oktober, welches nunmehr in Schwalmstadt-Ziegenhain im Rathaussal stattfinden wird. Die Verlegung weg von Willingshausen als urprünglich geplantem Veranstaltungsort wegen Fehlens von geeignetem Tagungsraum, kann unter solchen Umstanden nun bestimmt nicht mehr bedauert werden.

Wenn das nur alles wäre. Zunächst sei die Information nachgetragen, dass die anwesenden Vereinsmitglieder der Malerstübchenvereinigung bei der Mitgliederversammlunge am 30.10.2021 Herrn D. zum neuen Vorsitzenden gewählt haben.  Auch wenn dies manche sehr verwundert hat und andere ungläubig den Kopf schüttelten, soll die Wahl hier nicht weiter erörtert werden. Dass jedoch ein von vier Vorstandsmitgliedern unterschriebener Brief per 11. April 2022 versendet wurde, kann hier nicht verschwiegen werden. Dabei haben sich die mit unterschreibenden Vorstandsmitglieder von Herr D. anstiften lassen mit diesem Brief  eine implizit falsche Tatsachenbehauptung in die Welt zu setzen.
Es geht darum ein Hausverbot zu verhängen. So etwas kann machen, wer ein Haus hat oder über ein Haus in toto verfügen kann. Beides ist für den Malerstübchen Willingshausen e.V. nicht zutreffend. Macht nix, hau drauf, der große Vorsitzende wird schon recht haben.

Dergestalt ist nun ein „Hausverbot“ in die Welt gesetzt für ein Haus, gemeint das in Besitz der Kommune befindliche Gerhardt-von Reutern-Haus, in dem Herr D. und seine Truppe ein Nutzungsrecht für einige Räume haben, in denen das Malerstübchen eingehaust ist.
So sieht es aus in Willingshausen. In einem mit falschen Behauptungen begründeten Schreiben versucht Herr D. (s)eine Kampagne weiter zu treiben. Fruchtlos und erratisch. Dass er sich dabei nicht um Recht und Gesetz kümmert ist geradezu Nebensache. Herr D. mimt nun einmal zu gerne den Haudrauf. Wenn schon nicht mit der Winchester rumballern, dann wenigstens wilde Briefattacken veranstalten, die dem Ruf von Willingshauses leider alles andere als zuträglich sind.

Es dreht sich nicht alles um die drei Affen. Nicht alleine Kinder denken in diesen Tagen gerne an den Osterhasen. Die bevorstehenden Ostertage als Reisezeit, Famlienfest mit oder ohne christliches Glaubensbekenntnis sind für für viele mit bunten Eiern verbunden und lassen Menschen gerne an anderes Denken als an verbissene Gralshüter. Davon durchaus unbeindruckt lässt sich auch in Willingshausen in der Kunsthalle eine Ausstellung betrachten, ebenso wenige Hundert Meter entfernt in der Neustädter Sieben und im Kulturhaus AnTreff, wo gleichfalls Ausstellungen geboten werden und am Wochenende geöffnet sind. Auch das Museum der Schwalm in Ziegenhain lädt zu einer Sonderausstellung mit Werken von Malern aus seinem reichen Fundus ein.
Gesunde und frohe Ostertage und eine erholsame Zeit.

Bildquellenhinweis:
Die Montage des Titelmotivs oben verwendet als Illustration eine Figurengruppe der drei Affen als Briefbeschwerer, die im Versandhandel angeboten wurde.