Denkmalgeschützte Gebäude im Malerdorf

Auch die Gebäude, Bauwerke und Dorfansichten waren einst reizvolles Motiv für die Maler, die in wachsender Zahl ab Mitte des 19. Jahrhunderts im Sommer nach Willingshausen gereist sind. So finden sich zahlreiche Gebäude oder Teile davon auf Zeichnungen und Gemälden dargestellt und damit überliefert. Insofern hat Willingshausen einen besonders großen Fundus der Darstellung und Abbildung seiner früheren Gebäude, zumeist in Fachwerkbauweise errichtet. Darauf bezogen kann die Frage gestellt werden wie es heute um sie bestellt ist? Weitergehend könnte gefragt oder betrachtet werden, ob das Wirken der Maler und die Überlieferung in Zeichnungen und gemalten Bildnissen dazu beigetragen haben, dass ein hohes Bewußtsein für die Baugeschichte bei den Bewohneren vorhanden ist oder wäre.

Traufseite des verfallenden Fachwerkgebäudes Wasenberger Str. 14 in Willingshausen. Es liegt vis à vis des Dorfplatzes, also mitten im Ort. Der Verfall schreitet voran und niemand schreite ein. Sternbald-Foto Hartwig Bambey

Dieser Frage widmet sich Art Willingshausen in einigen Beiträgen. Vorweg kann bereits mitgeteilt werden, dass es beides gibt – ein ausgeprägtes Bewußtsein für den Wert und die Bedeutung historischer Gebäude und unglaubliche Ignoranz und Negierung des Werts der baulichen Überlieferung.

Dass nun ausgerechnet der größte Grund-, Wald- und Liegenschaftseigentümer in Willingshausen, die Familie von Schwertzell, sich besonders negativ dadurch hervortut Gebäude verfallen zu lassen, ist mehr als nur ein mißlicher und beklagenswerter Umstand. Gerade den Besitzenden, die über Jahrhunderte von ihrem Besitz samt Verfügung über die Arbeitskraft der in Leibeigenschaft gehaltenen örtlichen Bevölkerung gezehrt haben, käme es zu mit Verantwortung gegenüber ihrem überlieferten Eigentum umzugehen. Dass dies nicht der Fall ist, pfeiffen nicht nur die Spatzen von den löchrig gewordenen zerfallenden Dächern der Gutshofscheunen.

Ein krasses Beispiel ist das Haus Wasenberger Straße 4. Es befindet sich im Eigentum der Schwertzells und wird seit Jahren mutwillig dem Verfall ausgesetzt. Trotz der prominenten Lage inmitten des Dorfzentrums, direkt benachbart zum Gerhardt-von-Reutern-Haus, zeigt sich bis heute Dominik von Schwertzell als derzeitiger Eigentümer nicht in der Lage seiner Verantwortung gemäß endlich Bau erhaltend tätig zu werden.
Das ist nichts weniger als ein Skandal.
—>Darüber und wie verschiedene Institutionen damit umgehen, wird weiter berichtet.