Willkommen bei   A r t  Willingshausen

Mit Art–Willingshausen ensteht ein Forum für Veröffentlichungen. Wenn auch der Ortsname von Willingshausen für viele mit dem der Malerkolonie verbunden ist, mithin mit einem gewichten Kapitel von Malereigeschichte, insbesondere der Plein-Air-Malerei, deutet Art-Willingshausen auf eine Öffnung und Verallgemeinerung hin zu anderen Gefilden der Kunst und des Kunstschaffens. So könnte die Webseite nicht Malerei Willingshausen, im Englischen Painting Willingshausen heißen, denn das wäre eine Einschränkung. Eo ipso gehört zum Malen das Zeichnen. Zudem haben viele Maler in früheren Zeiten Werke selbst vervielfältigt, gedruckt. Dafür gab es schon lange die Radierung als Technik. Von Willingshäuser Malern wurden viele Radierungen geschaffen, etwa von Wilhelm Thielmann. Somit wäre Painting bereits ein verkürzender Begriff, schon mit Blick auf das Schaffen und Werk von Malerinnen und Malern.

Hermann Kätelhön Dreschmaschine auf dem Feld

Wenn man Art mit Kunst übersetzt, ist der weiter gefasste Name dieser Website bereits offenbar. Denn längst, seit mehr als 25 Jahren, ist sogar das frühere Malerdorf Willingshausen Ort für verschiedene Kunstformen geworden. Viele, nahezu alle Techniken, also etwa Skulpturen und Bildhauerei, Medienkunst, Performance oder Textilkunst, sind selbstverständlicher Teil des Geschehens geworden. Das von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen mit Partnern in 1996 gestartete Künstler-Stipendium Willingshausen hat sich zu einem prägenden Akteur und Faktor in dem kleinen Dorf zwischen Kassel und Marburg entwickelt. Zum Jahresanfang 2022 hat die inzwischen 53. Stipendiatin ihren dreimonativen Arbeitsaufenthalt in Willingshausen begonnen.

Ausstellung Martha Friedel, 51. Stipendiatin in der Kunsthalle Willingshausen. Sternbald-Foto Hartwig Bambey

Mit jungen Künstlerinnen und Künstlern hat seit 1996 unabhängiges und professionelles Kunstschaffen spartenübergreifend einen wichtigen Platz bekommen. Das Künstler-Stipendium hat zweifellos den Ort und das Kunstschaffen im Ort verändert.

Mittlerweile könnte auch dem Letzten klar geworden sein, dass Kunst mit Kunstfreiheit verbunden ist. Die eine oder andere Auseinandersetzung darüber hat es in Willingshausen gegeben. In gewissen Kreisen ist Gralshüterei und Herumdrucksen mit „Schwälmer Heimatkunst“ samt möglichst „realistischer Darstellung“ noch verhaftet und verbreitet. Schließlich liegt Willingshausen mitten auf dem Land – oder in der Provinz.

Damit ist die Namensgebung dieser Website mit Art Willingshausen und eine offene Ausrichtung begründet. Der Name stützt sich auf tatsächliches Geschehen im Ort, ein Stück weit. Willingshausen ist historisch mit Malerei verknüpft, insbesondere mit Pleinair-Malerei. Längst gibt es im Ort von außen geförderteres junges Kunstgeschehen in offenem Sinn.

Wer will, kann dies in der 2005 eingeweihten Kunsthalle mitunter wahrnehmen. Diese wird scheinbar selbstverständlich Kunsthalle Willingshausen genannt und als zugehörige Einrichtung wahrgenommen. Ausstellungen, die aufregen oder in der Szene für Furore oder überhaupt Wahrnehmung über die Grenzen der Kleinregion hinaus Wahrnehmung finden, sind allerdings selten.

Ausstellungen in der nordhessischen Provinz

Dies gilt für retrospektive Ausstellungen zu Willingshäuser Malern ebenso wie für Versuche zeitgenössisches Kunstschaffen abzubilden. Neben der begrenzten Größe, besser bescheidenen räumlichen Dimensionierung der Kunsthalle, liegt dies vor allem in der fehlenden Professionalität auf Betreiberseite begründet. Es müsste auch geradezu verwundern, wenn die Zusammenstellung von Ausstellungen durch Laien Besonderes hervorbringen könnte.

Diesbezüglich gäbe es viel Raum für die Entwicklung von Konzepten und das Einwerben ernsthafter KünstlerInnen jenseits der beiden Stipendiaten/innen im Rahmen des Künstlerstipendiums. Dies freilich setzt die Konstituierung professioneller Manpower vor Ort voraus. Nunmehr gibt es eine neue qualifizierte Kuratorin für das Stipendium. Nach 24 Jahren hat Willingshausen einen neuen Bürgermeister. Dies sind erste Veränderungen. Zugleich fehlt es weiter eklatant an Professsionalität bei der Leitung der Kunsthalle und nicht weniger im kultur-touristischen Bereich in Willingshausen. Dass im „Malerdorf“ nicht einmal eine Gaststätte, geschweige denn ein Restaurant, existiert, ist vielsagend.

In der Ortsmitte: Im Hintergrund das Gerhardt-von-Reutern-Haus, rechts die Kunsthalle. Sternbald-Foto Hartwig Bambey

 

In Selbstbespiegelung verhaftet hat man 2022 zum sogenannten Talk mit Kunst eingeladen. In Ermangelung einer Person als Bildpatin musste der „Bürgerbus Willingshausen e.V.“ herhalten. Bildschirmfoto Ankündigung zum 22.04.2022.

Art Willingshausen soll diesbezüglich Impulsgeber sein und werden. Die Wiederaufnahme von Ausstellungstätigkeit in der Kunsthalle in 2022 mit zwei Ausstellungen bleibt ebenso enttäuschend wie die Suche nach Willingshausen als Idyll ins Leere gehen muß. Die üppigen Malereien von Ben Kamili werden den Diskurs nicht weiter bringen, sie sind bestenfalls neue Klischeebilder.

Möglicherweise sind Sie künstlerisch tätig und haben Interesse am Geschehen in der weit verzweigten Kunstwelt und konkret an Willingshausen. Vielleicht sind Sie Kunsthistoriker/in und veröffentlichen zu Themen der Kunstwelt? Wer sich angesprochen fühlt von Art Willingshausen und wer Texte oder Bilder für Beiträge liefern will, ist willkommen. Die Zahl der täglichen Zugriffe auf diese Website wächst und dokumentiert Interesse und Bedarf nach Information und Innovation.